Andrew

Das zweite wichtige Element, wie sich Andrew gleich gedacht hatte, als er auf der luxuriösen Ledercouch seines Vaters saß, und sein Blick oben an den komplizierten Stuckverzierungen der Decke umherwanderte. Da in diesem Moment wurde ihm klar: Maggy, seine Schwester, würde das Auto zweifellos zu spät zurückbringen. Durch diese unvorhergesehene Verspätung rückte die geplante Abfahrtszeit augenblicklich in den Bereich der Ungewissheit, der Zeitpunkt der planmäßigen Abfahrt schob sich also um eine ungewisse Variable in die Zukunft, wodurch die Reise von anderen grausamen Eventualitäten bedroht war.

Sein Blick stockte. Er spürte das harte kalte Leder unter seinen Oberschenkeln. Die vertrackte Natur dieser Situation lies Andrew nicht los.

Von einer Welle der Entschlossenheit erfüllt, schwang er sich eifrig von der Couch empor, bereit seinem Vater die geniale Lösung zu verkünden. Doch wie er das riesige Haus in alle Richtungen durchquerte, wandelte sich seine Aufregung allmählich in ein Gefühl der Verwirrung und dann in etwas, das er nie empfunden hatte, ein Gefühl der Sorge, aber um seinen Vater. Die Bibliothek, das Arbeitszimmer mit dem breiten Gemälde über dem Schreibtisch lockte noch seine Neugier, war es ihm ja sonst verboten, sich dort aufzuhalten, das Esszimmer mit dem langen Tisch an dem sie sonst so friedvoll speisten umringt von albernen Babybildern, wie er die Ausstellung der Kubisten immer nannte, ja sogar das Schlafzimmer war leer. Alles leer, das ganze verdammte Gebäude, seine unzähligen Zimmer leer und stumm. In dem Moment des Alleinseins traf ihn die Sorge.

Die Atmosphäre wurde immer beklemmender, je länger klein Andrew nach seinem Vater suchte, in jedem Raum herrschte Stille, nur der Widerhall seiner Schritte, seiner Rufe und seines Schluchzens war zu vernehmen. Weinend warf er sich wieder auf die Couch, während ich zusehen musste und nichts unternehmen konnte.

Dr. Grimm reichte dem schluchzenden Herren auf der Couch ein Taschentuch. Und nachdem der Patient sich zuende geschneuzt hatte, sagte er Offenbar tragen sie noch immer Schuldgefühle mit sich herum für das was ihrem Sohn damals zustieß.

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